CPM-Reifegrad (Teil 1|4): Der Weg zu KI-gestützten Steuerung
in Unternehmen verändern
Unternehmen müssen heute schneller auf Veränderungen reagieren als noch vor wenigen Jahren. Der entscheidende Hebel liegt dabei oft nicht in neuen Tools, sondern in besseren Prozessen, Daten und einer klaren Steuerungslogik.
Märkte verändern sich schneller, Planungszyklen werden kürzer und Entscheidungen entstehen zunehmend unter Unsicherheit. Viele Unternehmen stehen deshalb vor einer ähnlichen Frage: Wie lässt sich die Unternehmenssteuerung so weiterentwickeln, dass sie nicht nur Vergangenes abbildet, sondern zukünftige Entwicklungen frühzeitig unterstützt?
Die Diskussion dreht sich dabei häufig direkt um künstliche Intelligenz. In der Praxis zeigt sich allerdings ein anderes Bild. Bevor automatisierte Prognosen oder intelligente Analysen sinnvoll arbeiten können, braucht es eine stabile Grundlage. Wer heute noch mit vielen manuellen Schritten, unterschiedlichen Datenständen und getrennten Systemen arbeitet, stößt mit seinem Corporate Performance Management oft früher an Grenzen als erwartet.
Ein hilfreicher Ansatz besteht darin, beim eigenen CPM-Reifegrad nicht auf den großen Umbruch zu setzen, sondern auf eine schrittweise Entwicklung. Das CPM-Reifegradmodell hilft dabei, den eigenen Stand realistisch einzuordnen und sinnvolle nächste Schritte abzuleiten.
Scott Auch ist Senior Consultant bei pmOne und unterstützt Unternehmen dabei, Planungs- und Steuerungsprozesse strukturiert weiterzuentwickeln. Sein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Daten, Reporting und Planung sinnvoll zusammenarbeiten können, damit Entscheidungen schneller und verlässlicher werden.
Nicht jedes Unternehmen braucht dieselbe Reifestufe
Reife bedeutet nicht automatisch, möglichst viele Systeme oder maximale Automatisierung einzuführen. Entscheidend ist, welches Niveau tatsächlich zur Größe, Struktur und Arbeitsweise eines Unternehmens passt.
Ein mittelständisches Unternehmen mit klaren Abläufen benötigt oft andere Steuerungsmechanismen als ein international verzweigter Konzern. Die eigentliche Herausforderung besteht deshalb weniger darin, das höchste Entwicklungsniveau zu erreichen, sondern das passende.
Das verhindert zwei typische Probleme. Einerseits werden Prozesse unnötig komplex. Andererseits bleiben Unternehmen dauerhaft in manuellen Strukturen hängen, die mit zunehmendem Wachstum an ihre Grenzen stoßen.
Der Weg beginnt oft mit Excel und manuellen Prozessen
Viele Unternehmen starten pragmatisch. Planung und Reporting laufen teilweise manuell, Daten stammen aus verschiedenen Quellen und Auswertungen benötigen zusätzliche Arbeitsschritte.
Das funktioniert oft erstaunlich lange. Gleichzeitig entstehen aber typische Schwierigkeiten. Zahlen unterscheiden sich zwischen Bereichen, Abstimmungen dauern länger und neue Anforderungen erhöhen den Aufwand. Mit zunehmender Unternehmensgröße steigt häufig auch der Anspruch, den CPM-Reifegrad systematisch weiterzuentwickeln.
Konsistente Daten schaffen Geschwindigkeit im CPM
Ab einem gewissen Punkt wird Datenqualität wichtiger als zusätzliche Reports. Wenn Stammdaten vereinheitlicht werden, Systeme zusammenarbeiten und manuelle Tätigkeiten wegfallen, entstehen spürbare Verbesserungen im Alltag. Entscheidungen lassen sich schneller treffen, Abstimmungen werden einfacher und Planungen gewinnen an Verlässlichkeit.
Gerade im Controlling verschiebt sich dadurch der Fokus. Weniger Zeit fließt in das Sammeln und Aufbereiten von Zahlen. Mehr Zeit bleibt für Analyse und Einordnung.
Automatisierung verändert die Rolle des Controllings
Mit stärker integrierten Prozessen greifen Planung, Forecast und Reporting zunehmend ineinander. Veränderungen wirken sich dann nicht mehr isoliert aus. Wenn sich beispielsweise Vertriebszahlen, Produktionsmengen oder Personalkosten verändern, können diese Effekte automatisch in andere Bereiche einfließen.
Dadurch entsteht ein umfassenderes Bild der Unternehmensentwicklung. Das Controlling entwickelt sich schrittweise vom reinen Zahlenlieferanten zu einer aktiveren Rolle innerhalb der Unternehmenssteuerung.
Warum der CPM-Reifegrad vor KI beginnt
Der Blick auf KI erzeugt oft den Eindruck, als müsse nur die passende Technologie eingeführt werden. Tatsächlich entsteht der größte Nutzen meist deutlich früher. Unternehmen profitieren bereits dann, wenn Daten konsistent vorliegen, Prozesse sauber aufgebaut sind und Planung sowie Reporting zusammenarbeiten. Erst auf dieser Grundlage können Prognosen, Simulationen oder KI-gestützte Analysen sinnvoll eingesetzt werden.
Fazit: KI kann das Controlling sinnvoll ergänzen – wird es aber nicht ersetzen
Der Weg zu einer intelligenteren Unternehmenssteuerung beginnt selten mit einem großen Technologiesprung. Häufig geht es zunächst darum, Strukturen zu vereinfachen, Daten zusammenzuführen und Prozesse besser aufeinander abzustimmen.
Unternehmen müssen dafür nicht sofort das Ziel einer vollständig automatisierten Steuerung verfolgen. Häufig reichen kleine, nachvollziehbare Schritte aus, um mehr Transparenz, Geschwindigkeit und Sicherheit in Entscheidungen zu bringen.
Hast Du Fragen?
Viele Unternehmen befinden sich an einem ähnlichen Punkt. Reporting wächst über Jahre, Prozesse entwickeln sich schrittweise und irgendwann entsteht die Frage, welche nächsten Schritte wirklich sinnvoll sind.
Wenn Du einordnen möchtest, wo die eigene Organisation aktuell steht oder welche Veränderungen realistisch und sinnvoll wären, kann ein offener Austausch helfen.
Unser Experte Scott freut sich auf Deine Fragen!