Microsoft Fabric (Teil 1|2): Analytics-Plattform statt Tool-Wildwuchs
Viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte bei Reporting, Datenanalyse und Business Intelligence gemacht. Gleichzeitig ist die zugrunde liegende Systemlandschaft immer komplexer geworden. Über Jahre sind verschiedene Systeme für Datenintegration, Reporting, Analyse und Planung entstanden. Jedes davon erfüllt seinen Zweck. Zusammengenommen entsteht jedoch häufig eine stark verzweigte Umgebung mit vielen Schnittstellen, Abhängigkeiten und unterschiedlichen Datenständen.
Die Folgen zeigen sich schnell: Kennzahlen unterscheiden sich je nach Bericht, Daten müssen mehrfach gepflegt werden und Abstimmungen zwischen Fachbereichen, IT und Analytics-Teams kosten viel Zeit. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Self-Service-Analysen, Automatisierung und Künstliche Intelligenz. Damit wächst der Druck, Daten nicht nur bereitzustellen, sondern auch konsistent und nachvollziehbar zu organisieren.
Alexander Mauch ist Director Data & Analytics Consulting bei pmOne und unterstützt Unternehmen unter anderem dabei, moderne Daten- und Analytics-Landschaften aufzubauen. Sein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Daten, Reporting und Governance sinnvoll zusammenspielen.
Viele Analytics-Landschaften sind historisch gewachsen
Die meisten Unternehmen starten nicht mit einer fertigen Datenstrategie. Neue Anforderungen führen meist dazu, dass zusätzliche Werkzeuge eingeführt werden. Ein neues Reporting-Tool hier, eine weitere Datenquelle dort, später vielleicht eine Plattform für Data Science oder KI.
Mit der Zeit entsteht dadurch ein Analytics-Stack aus spezialisierten Einzellösungen. Technisch funktioniert das häufig gut. Im Alltag zeigen sich jedoch typische Probleme. Daten werden zwischen Systemen verschoben, Geschäftslogiken mehrfach aufgebaut und Kennzahlen unterschiedlich interpretiert.
Besonders kritisch wird es, wenn verschiedene Berichte für dieselbe Fragestellung unterschiedliche Ergebnisse liefern. Dann entsteht Unsicherheit darüber, welche Zahlen tatsächlich als Grundlage für Entscheidungen dienen sollen.
Warum Governance allein nicht ausreicht
Viele Unternehmen versuchen, diese Herausforderungen über zusätzliche Governance-Regeln zu lösen. Das hilft zwar, beseitigt aber selten die eigentliche Ursache.
Wenn Datenmodelle, Definitionen und Prozesse von Beginn an voneinander getrennt entstehen, steigt der Abstimmungsaufwand kontinuierlich. Governance wird dann zur Kontrollinstanz, die entstandene Unterschiede korrigieren soll, statt Teil der Architektur zu sein.
Gerade bei steigenden Datenmengen wird dieser Ansatz zunehmend schwierig. Je mehr Systeme beteiligt sind, desto größer wird der Aufwand für Abstimmung, Qualitätssicherung und Pflege.
Warum Analytics-Plattformen an Bedeutung gewinnen
Vor diesem Hintergrund setzen viele Unternehmen heute auf integrierte Plattformen statt auf immer mehr Einzellösungen. Der Grundgedanke ist einfach: Daten, Reporting, Analyse und weitere Anwendungsbereiche greifen auf dieselbe Grundlage zu. Statt Daten mehrfach zu kopieren oder getrennt zu verwalten, arbeiten unterschiedliche Teams auf einer gemeinsamen Basis.
Microsoft Fabric verfolgt genau diesen Ansatz. Die Plattform bündelt verschiedene Analytics- und Datenfunktionen in einer gemeinsamen Umgebung. Ziel ist weniger ein zusätzliches Werkzeug als vielmehr eine vereinfachte Architektur mit weniger Brüchen zwischen Daten, Berichten und Analysen.
Dadurch lassen sich Datenmodelle, Governance-Regeln und analytische Prozesse enger miteinander verzahnen. Das reduziert Komplexität und schafft eine konsistentere Grundlage für Entscheidungen
KI macht konsistente Daten wichtiger denn je
Mit dem Einsatz generativer KI gewinnt dieses Thema zusätzlich an Bedeutung.
KI benötigt nicht nur Zugriff auf Daten. Sie braucht auch einen gemeinsamen Kontext. Begriffe, Kennzahlen und Geschäftsregeln müssen eindeutig definiert sein. Andernfalls entstehen widersprüchliche Ergebnisse, die das Vertrauen in Analysen und KI-Anwendungen schnell beeinträchtigen.
Deshalb rückt die Frage nach der Architektur stärker in den Mittelpunkt. Unternehmen müssen entscheiden, wie Daten, Governance und analytische Prozesse künftig organisiert werden sollen. Die Auswahl einzelner Werkzeuge allein reicht dafür oft nicht mehr aus.
Fazit: Weniger Komplexität, mehr Verlässlichkeit
Viele Herausforderungen im Reporting entstehen nicht durch fehlende Funktionen, sondern durch gewachsene Strukturen. Vielerorts erschweren dann unterschiedliche Datenstände, mehrere Definitionen derselben Kennzahl und zahlreiche Schnittstellen die tägliche Arbeit.
Plattformansätze wie Microsoft Fabric versuchen deshalb, Daten, Governance, Reporting und KI näher zusammenzuführen. Ziel ist eine gemeinsame Grundlage, auf der Analysen, Planung und künftige KI-Anwendungen konsistent aufbauen können.
Für Unternehmen stellt sich damit zunehmend eine strategische Frage: Nicht welches zusätzliche Tool benötigt wird, sondern wie sich Analytics langfristig so organisieren lässt, dass Daten zuverlässig, verständlich und effizient nutzbar bleiben.
Hast Du Fragen?
Die Zahl der Datenquellen wächst, neue Reporting-Anforderungen kommen hinzu und gleichzeitig soll KI sinnvoll genutzt werden. Oft entsteht dabei in Unternehmen die Frage, ob die bestehende Analytics-Landschaft noch zum zukünftigen Bedarf passt.
Wenn Du vor ähnlichen Entscheidungen stehst oder einschätzen möchtest, welche Rolle Microsoft Fabric und moderne Analytics-Plattformen in Deinem Unternehmen spielen können, tauschen wir uns gerne mit Dir darüber aus.
Unser Experte Alexander freut sich auf Deine Fragen!